Stammtisch 16. November

„Stelle die Qualität in dir her, die du auch in anderen auslösen willst.“

Bei diesem Stammtisch waren wir Freude, Spaß, Verbundenheit und Gemeinschaft wichtig.
So wurde diesmal auch nicht nachgedacht, über was beim Stammtisch gesprochen werden soll (Samhain lt. Ausschreibung). Um Freude in mir wachzurufen erfolgte zur Reinigung ein KalaKala-Ritual und eine Meditation.
Nachdem Ich ein paar Orakelkarten eingepackt habe machte ich mich auf den Weg, wobei ich beim Gehen die Punkte des Eisen- und Perlenpentagrammes wachrief.
Das diesmalige Lokal, Café Ritter, verzauberte uns mit seinem Charme.
Voller Freude begrüßte ich herzlich meine Reclaimingfreunde. Ich fühlte (und fühle) mich stolz Teil einer so unterschiedlichen, einzigartigen, kostbaren und auch schrägen Gruppe zu sein.
Es erfolgten Gespräche über Zukunftspläne, aktuelle Vorhaben, Hobbys und auch über (vielleicht für manche ungewöhnliche) Lebenskonzepte. Dazwischen wurden Orakel Karten gelegt und lautstark sowie mit Begeisterung Geburtstagsständchen gesungen.

Kurz vor Mitternacht war Waschbärstunde (Sperrstunde).
Jedoch die Hälfte der anwesenden Personen hatte noch nicht genug und so wurde der Stammtisch in das Lokal Q verlegt.
Auf der Tanzfläche wurde ein Kreis visualisiert und Sofort das Tanzbein Geschwungen. Manch einer von uns bevorzugte Head bangen, jedoch bei Rammstein und besonders bei Soilwork würde gedreht, gehoben und im Tanzschritt gordische Gruppen Knoten gewickelt.

Um den Bus zu erreichen war um 3:25Uhr Schluss.
Es war schön – wir werden wiederkommen und jemand überlegte sogar ob wir nicht im Q Ein Ritual machen könnten…

Sehr empfehlenswert: https://m.facebook.com/maushi/

Samhain 2018

Nachdem meine Begleiterin und ich Schwierigkeiten hatten, den Festort zu finden, waren wir bereits ziemlich verspätet und fix und fertig von Suche und Verkehr. Doch als wir endlich die Karre abgestellt haben und reich bepackt den Fackeln über Stufen und Wiese folgten, tauchten wir bereits in eine mystische Atmosphäre ein, bis wir schließllich einen Platz erreichten der inmitten des Stadttrubels wie eine völlig andere- und vor allem ätlere- mittelalterliche Welt wirkte, mit buntem Lager, Feuer, Kessel, Kerzen, Speisen und umgeben von strahlenden Gesichtern die uns wohlwollend empfingen. Die Stimmung war herzlich, locker und familiär. Die diesmaligen OrganisatorInnen machten einige Vorschläge aus denen wir a la „Ritualbausatz“ gemeinsam auswählen durften. Ein starker Fokus lag auf der Präsenz unserer Ahnen, jenen von uns eingeladenen Verwandten sowie seelischer oder geistiger Ahnen.. Zuvor wurde ein elastischer „Funktionsschutzkreis“ gezogen und mit allen Elementen gereinigt. Ich persönlich hatte keine besondere Begegnung mit einem der gerufenen Ahnen, doch dafür ein starkes prickelndes, wohlig warmes Gefühl, dass freundliche Wesenheiten anwesend sind, was ich am ehesten mit den gerufenen Feen und Naturgeistern in Zusammenhang bringe. Ihre Art, spielen zu wollen, war vielleicht auch mit ein Grund, warum mir der meditative Teil im Ritual zu lange dauerte, worauf sich Langeweile und Ungeduld bei mir bemerkbar machten. Sie sollten mich auch die nächsten Tage auf meiner Reise zu unseren kulturhistorischen Ahnen in Hallstatt begleiten, wo Nebel, Wasser, Felsen und das durchdringende Licht die Umgebung malerisch umspielen. Seitdem helfen sie mir in Momenten, in denen ich alles zu ernst nehme, da bringen sie Gelassenheit und Witz hinein- dann spotten und kirchern sie ansteckend und schärfen damit den Blick auf die ganz persönlichen Geister und Dämonen, die dadurch wieder Energie frei geben…
ich bin sehr dankbar für dieses Samhain Erlebnis und den Beitrag aller Anwesenden. Ich finde das dieses Samhain ganz besonders und mit allen Sinnen intensiv erlebbar war- die Kälte, die warmen Hände, das brodelnde Feuer, der eigene Atem der Nebel wirft, hörbares Rascheln und Knacken aus den Büschen, der strahlende Sternenhimmel, ein Stück pure Natur direkt über den Lichtern der Stadt, wunderschöne Gesichter und starke Stimmen im Chant, sowie köstliches Kartoffelgulasch und Bier, und dazu segnende Worte, lustige Geschichten und frohes Gelächter, was will man mehr? Da macht es auch gar nichts aus, bis nach Mitternacht zu sitzen, obwohl man am nächsten Tag früh rausmuss…

Samhain 2018

Intention vom Ritual:
Wir verbinden uns mit unserer Mutter Erde um die Stärke zu gewinnen, die wandernden Kräfte der Anderswelt fruchtbar zu erfahren.

Mein Erlebnis (Ceru):

Von den eingeladenen Kräften der Anderswelt waren für mich vor allem meine Ahnen präsent. Das vegane Kartoffelgulasch und besonders das alkoholfreie Bier störte sie zuerst. Doch nach Skepsis nahmen sie die Einladung an und waren spürbar wohlwollend präsent.
Die Erkenntnis war: trotz aller Konflikte und Schwierigkeiten taten die Groß- und Urgroßeltern das in ihrer Zeit und Situation Bestmöglichste. Sie taten das, was ihnen möglich war. Ich fühlte Wohlwollen und eine positive Wertschätzung. Zugleich ging an mich der Auftrag auch mein Bestmöglichste zu tun und meine Aufschieberei und das Vermeidungsverhalten zu beenden.
„wir fordern nichts Unmögliches, sondern nur DEIN Bestmöglichstes… fange an jetzt!“

Geschichten der Ahnen wurden am Feuer geteilt, der Ahnenaltar gestaltet, es wurde orakelt und geschmaust.

Danke der Hauptorganisatorin für die Arbeit, für dieses tolle Ritual und den tollen Platz.
Ich ging gestärkt und zuversichtlich wieder (wenn auch ungewollt ein wenig verzögert) in die Alltagswelt.
von Ceru

einige Fotos: Intention vom Ritual:
http://www.reclaiming.at/fotos-2/nggallery/all/Samhain2018

Mabon, 23.09.2018

Goldener kann der Sommer nicht Abschied nehmen, leuchtender der Herbst nicht Einzug halten! Am Tag, an dem das Licht die Dunkelheit küsst, zur Herbst-Tag-Nacht-Gleiche, zu Mabon treffen wir uns in einem versteckten Garten. Alte Apfelbäume besiedeln ihn, es duftet wunderbar nach Ernte und die hohe Hecke umarmt uns wie eine schützende Mauer. Die Luft ist weich und mild an diesem Nachmittag.

Es ist ein Garten, der einlädt, entdeckt zu werden, ein Paradies für die Kinder! Ja, auch Kinder nehmen an den Jahreskreisfesten teil. Sie sind unsere Nachfahren, die unsere Ahnenlinien fortführen. Die Früchte unserer Saat, die wir stolz in die Welt entlassen dürfen. Sie sind es, die noch eng mit der Natur verbunden sind, die uns helfen, die Verbindung zu halten.
Deshalb sind sie nicht nur dabei, sie nehmen auch aktiv am Geschehen teil: Sie helfen bei der reinigenden Räucherung, sie rufen die Geister der Elemente. Ein sanfter Wind streicht durch die Apfelbäume, die Geister antworten dem Ruf.

Eine Teilnehmerin schlägt die Trommel, ihr Rhythmus hält den Kreis zusammen. Denn bei aller Ungezwungenheit und Dankbarkeit für die reiche Ernte dieses Sommers, sind wir uns heute besonders bewusst, dass die Zeit des Überflusses zu Ende geht. Die Gedanken schweifen gerne ab, in die Erinnerung an die schöne Ferienzeit, aber auch in die Zukunft, zum kommenden Winter. Wir stehen, wieder einmal, an einer Schwelle. Bei diesem Fest wechseln sich Genuss und Freude stetig ab mit der Innenschau. Der heiße, gewürzte Apfelsaft erfreut die Sinne, doch er bringt auch die ersten Flämmchen des wärmenden Feuers in unser Inneres. Feuer und Wärme, die wir brauchen werden, wenn die dunkle, kalte Jahreszeit kommt.

Dieses Feuer hält uns heute noch lange. Als das Ritual schon längst beendet ist, bis spät in die Nacht hinein, bleiben wir sitzen. Wir braten Maroni, atmen in der lauen Luft die letzten Düfte des Sommers, halten uns am Lichtschein fest, während sich die kühle Dunkelheit wie ein schützender Schleier um uns legt. Die Zeit der Ruhe beginnt…

Fotos: http://www.reclaiming.at/mabon2018-2/

Ritualworkshop 7. September

In unserer Gruppe gibt es gibt keine festgelegten, dauerhaften Leitungspersonen sondern die Aufgaben sollen rotieren.
Und auch die Ritualplanung geschieht abwechselnd und dadurch bekommen Mitglieder die Chance an Erfahrung und Selbstwirksamkeit zu wachsen.

Doch was macht ein Reclaimingritual aus? Das war die Grundfrage.
Sollte uns jmd. aus einer Reclaiminggemeinschaft aus Amerika, Australien, England, Deutschland oder sonst irgendwo zufällig besuchen sollte die Person sofort bemerken das es ein Ritual der Reclaiminggemeinschaft ist.

Der mir am wichtigsten Punkt ist: Wir haben eine Intention. Das Ritual richtet sich auf die Intention aus. Die Frage bei der ritualerstellung sollte oftmals lauten: was passt besser zu dieser Intention. Welche Methoden passen, welche Lieder (Reclaimer*Innen singen viel und gerne) und was sonst noch passt zur Intention?

Was sonst noch wichtig ist EIEIO EEE kann unter dem Text „Was ist reclaiming?“ (obere Menübalken) nachgelesen werden.
von Ceru

Übungsabend am 24.8, oder wie die Energie zu fließen begonnen hat…

Blessed be!

Errare humanum est, Irren ist menschlich, wie oft hören wir Sätze wie diese und denken; „Wie schön es doch währ wenns auch etwas leichter ginge!“

Doch Abkürzungen gibt es im Leben nicht und das ist auch gut so, wir sind unvollkommen und machen Fehler! Doch das ist unsere Große Chance über uns hinauszuwachsen und mehr das zu sein, was wir wirklich seien wollen. Doch viele sind zu ängstlich (und manchmal auch zu bequem : ) sich darin zu üben, besser zu werden als man voher war.  Aber für die Anderen, die welche bereit sind, auch nur etwas über sich hinaus zu wachsen, sind immer gerne an den Übungsabenden gesehen. Ich schreibe dir jetzt wie der Übungsabend am 24.8 war und hoffe das dir die Lectüre wenigstens etwas weiterhilft, egal wie auch immer.

Am Anfang bin ich, fast aus Gewohnheit schon, fast 30 min zu spät gekommen, doch war die Athmosphäre, sehr angenehm. Wir unterhielten uns und plauderten, doch zwischendurch machten wir immer wieder kleinere und auch größere spirituelle Übungen. Wir waren mal Bäume und dann zerschlugen wir ein zwei astrale Eier und hatten Spaß. Es waren nicht alzuviele da, doch als wir schon fast aufhören wollten kam noch jemand, der sich nicht nur wie ich 30 min verspätete sonder fast 90 min. Dann ging es mit dem Experimentieren los! Wir machten Energiebälle und fühlten unsere Energie und dann auch die eines Partners, so das jerder jeden mal als Partner hatten. Auch ein Pendel war dann im Einsatz und schwang bei machen fröhlich und bei anderen sehr verhalten, im Raum herum. Zwieschen diesen praktischen übungen erzählte einer von uns auch theoretische spirituelle Zusamenhänge, wie über die 4 Selbste oder die spirituellen Körper.

Doch nach gut 120min begannen wir zu singen und zu chanten, wir tanzten. Eine Schwester brauchte etwas Kraft und wir anderen sangen und tanzten um diese um sie aufzubauen, sie war zwar etwas perplex doch ich glaube es hat ihr sehr gefallen. Um 10 mussten wir dann aufhöhren (nicht weil wir erschöpft gewesen währen, sondern weil Nachtruhe geboten war) Der Abend endete mit tratschen und ein paar guten Snacks.

Mögest du auf deinen Wegen von der Göttin und dem Gott geschützt und geleitet sein!

Sei gesegnet,

Ein Lernender

 

Lugnasadh 2018

Diesmal feierten wir draußen. Im Garten mit Feuerschale, mit Decken in der Wiese, mit Blumen, Früchten und jede Menge Kindern. Es war sehr schön. Es war laut. Es war lebendig. Die Sensenfrau war dabei, Kali, die Schwarze. „If it doesn’t serve us, burn it all away!“ Der Kornkönig wurde geopfert, obwohl er so hübsch war, und sogar einen Penis hatte. Wir haben Brot und Traubensaft geteilt. Wir haben uns für den Reichtum bedankt, der unser Leben sichert, für die Opfer der Natur. Was können wir ihr zurückgeben? Das muss sich jeder selber fragen. Der Reclaimingschmaus ist jedenfalls biologisch, regional und vegan…

Fotos: http://www.reclaiming.at/lugh2018/
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Infos zum Jahreskreisfest Lughnasadh (oder Lammas, Erste Ernte, Fest der Kornernte):
Nicht jede Saat wird aufgehen, so wie auch nicht jeder unsere Pläne von Erfolg gekrönt sein kann.
Thema dieses Festes ist demnach die Ernte als Ergebnis des gemeinsamen Werkens der Menschen und der Naturkräfte. Sie schließt Erfolg und Verlust immer mit ein. Die menschliche Fähigkeit, zu ernten setzt deshalb sowohl die Achtung vor als auch die Aussöhnung mit diesen beiden polaren Gegensätzen voraus. Sie besteht in der freudigen Annahme der Gaben, die das Leben jetzt für uns bereithält und im bereitwilligen Loslassen all jener Dinge, denen ein Wachstum nicht vergönnt war – aus welchem Gründen auch immer. Zu Lugnasadh, dem rauschhaften Fest für den Überfluss des Lebens, feiern wir die Gaben von Mutter Erde, die durch Verlust gewonnen worden sind. Die Tränen für den Tod des Kornkönigs und der überwältigende Jubel für die Nahrung, die er spendet, gehen ineinander über, sind untrennbar miteinander verbunden. Denn es ist der Tod, der das Leben nährt, das unweigerlich zum Tode führt, um neues Leben zu nähren und selbst genährt zu werden und wieder zurückzukehren in die Welt. So dreht sich ewig das Rad.

Stammtisch Juli2018

Auf zum Stammtisch, oder wie J. es nannte „Reclaiminggelage“ – ich verstehe auch dass Stammtisch irgendwie langweilig klingt, aber ob „Gelage“ das richtige Wort ist wage ich zu bezweifeln.
Aber egal wie die Bezeichnung dafür ist – Ich freu mich endlich lieb- und wertgeschätze Personen wieder zu treffen und auch neue Personen kennenzulernen und sie, ggf, für Reclaiming zu begeistern.
Diesmal bin ich entspannter, da ich den Stammtisch nicht organisiert habe. Denn das letzte Mal als ich für 10 Personen reservierte fühlt sich ein Teil in mir verpflichtet für die reservierten leeren Plätze mitzukonsumieren…

Einige Anregungen, die ich zum heutigen Thema Lebensenergie geben will, sowie einige Orakelarten habe ich in der Tasche.
Durch Bauarbeiten verspätete sich der Bus und ich betrete den Bierbaron, der diesmal das Reclaimingelage beherbergt, 5 Minuten später.
Bereits 2 Gäste sind bereits anwesend – davon hat eine Person das erste Mal zu uns gefunden und H. war zuvor ein Mal beim letzten Jahreskreisfest dabei. Bald darauf kommen weitere Personen bis wir 8 Personen zählen.

Es waren zumeist gleichzeitig 2 Gesprächsstränge im Gange und dazwischen nahmen sich 1-3 Personen ständig eine Essensauszeit. Soviel ich mitbekam wurden Urlaubserfahrungen, Yoga und spirituelle Praktiken geteilt, Politische Situation, Durchrechnungszeiträume usw besprochen…. jmd. brillierte mit tolle Wissen über Indien, Götter und Theosophen, was nicht immer vom Monolog zum Dia- oder Multilog wechselte.
Unser Jugendbeauftragter kümmerte sich mit vollem Einsatz um unseren Jüngsten Teilnehmer und es wurde gemeinsam gezeichnet, Geschichten erzählt und gerätselt.

Nicht alle Erwartungen der Anwesenden wurden erfüllt und nach Wissensdemonstration und schmackhaftem Mahl verlies der erste geschätzte Gast die Veranstaltung.
Da nun die grobstoffliche Energieaufnahme in Form von Nahrung abgeschlossen war, war nun endlich Zeit für die Orakelkarten.
Ich hatte 4 Orakel-Sets mit. Der Vorschlag Karten zu ziehen und dann etwas über sich bzw. die Karten zu erzählen wurde nicht von allen begrüßt.
Neben der Vorstellung und dem Besser-kennen-lernen der KartenzieherInnen (nicht alle nahmen teil) zeigten einige gezogene Karten auch ein Thema auf, das in der/dem Zieher/In liegt und nicht wahrgenommen werden will.
Erfahrungen, Schwierigkeiten, Freuden, Leidenschaften, Hobbies und Gesellschaftskritische Anregungen wurden bis nach 01:00 Uhr ausgetauscht.
Dazwischen wurden auch 2 signierte Bücher von einem anwesenden Autor verschenkt.

Eigentlich war das Thema Lebensenergie – aber es war nie passend ein Gespräch oder das Mahl zu unterbrechen um einen kurzen Monolog über Lebensenergie zu führen.

Glücklich, zufrieden und begeistert lese ich zu Hause vor dem Schlafen gehen das Zitat:
…. Menschen lernen, während sie ihre Geschichte erzählen, dass sie sich selbst entdecken können, wenn sie beginnen, sich für die anderen kämpfenden Menschen zu interessieren, mit denen sie in der Welt leben
bezüglich Lebensenergie kann ich nach dem Stammtisch diesen Eintrag machen:
Das Zusammenkommen von authentischen und sich nicht hinter sozialen Rollen versteckenden Menschen die ihre Erfahrungen und Kämpfe im wertschätzenden Dialog teilen steigert die Begeisterung und somit auch die Lebensenergie.
Mit einem Lächeln ging ich ins Bett und wachte energetisierter am nächsten Tag auf um glücklich gleich Sisyphos zu meinem Stein zu gehen.

Litha17.Juni2018

Den Kopf noch voll von den möglichen Elementen die wir im Ritual einsetzen könnten (ich war diesmal der Hauptplaner) machte ich mich voller Freude auf den Weg zur Theosophischen Gesellschaft.
Obwohl die Sommersonnwende, oder das Lithafest, erst einige Tage später war feierten wir es schon viel früher. Einige Personen waren nämlich am richtigen Termin verhindert und ein so wichtiges Fest als „Paganist“ (c Klara 😉 nicht zu feiern geht gar nicht – also besser zu früh als gar nicht feiern.
Ich hatte eine ungefähre Intention im Kopf.
Natürlich geht es um Freude, Lebenslust, Feiern und zugleich auch schon vorbereiten auf die bald kommende dunkle Zeit – denn die Nächte werden nun wieder länger.
Beim letzten Jahreskreisfest waren insgesamt 16 Leute – so viel wie noch nie – dabei und die Energie war toll.
Mit Begeisterung und bepackt wie ein Lastesel mit Rasseln, Trommeln, Ritualzeug, MP-3Verstärker, CD-s, Räucherwaren, Kerzen, Schmelzfeuer, Tücher, Malutensilien, Essen schritt ich stolz in den ehrwürdigen Theosophischen Saal.

Doch was war los?
Auch nachdem wir mit den Beginn 30 Minuten warteten waren wir nicht einmal die Hälfte der Personen vom letzten Mal.
Ich nahm in mir Enttäuschung wahr und mein Sprechendes Selbst sagte „da siehst du? Schade um die Zeit die du investiert hast, du hättest etwas Schönes, Entspannendes das Wochenende machen können. Nun hast du wieder fast das ganze Wochenende umsonst versch… anstatt dich anderen so notwendigen Dingen zu widmen“
Aber eine kleine Übung und ich verband mich mit den anderen 2 Selbsten.
Mein kindliches Selbst/die Wildnatur sagte: „Chanten, singen, Malen – ich freue mich. Lauter tolle Leute, genau die richtige Zahl – so kannst ich auch mit allen quatschen und spielen ;-)“
Eine Definition von Magie ist auch „Den Bewusstseinszustand nach Belieben zu verändern“. Also brauchte ich einige Minuten bis ich die Enttäuschung in Freude und Begeisterung veränderte.

Gemeinsam wurde unsere Intention so niedergeschrieben: „Wir feiern gemeinsam mit Lebensfreude den längsten Tag des Jahres und die Fülle des Lebens“.
Dann wurden die Rollen verteilt.
Hier sage (schreibe) ich: Danke für das aktive Mitmachen!
Erstmals hat Bexa die Begrüßung, Einleitung und Grundlagenerklärung übernommen und uns ein uns vorher nicht bekanntes Lied beigebracht. Die Erdung von K. war toll und wirkungsvoll. Die Herbeirufungen von M. waren wie gewohnt in eloquenter Brillianz und auch Taras Herbeirufung der Krafttiere war sofort spürbar. Danke!
Nach dem üblichen Reclaiming-AnfangsRitualaufbau mit Intention, Reinigung (diesmal mit Räuchern) Erden, Kreisziehen, Einladen der Elemente und anderer unterstützender Kräfte ging es zum Hauptteil.

Zuerst leitete ich eine Visualisationsübung an, in dem wir die Sonnenenergie spürbar über das Bauchchakra aufnehmen und dann die Feuerenergie ähnlich wie Kundalinienergie aufsteigen liesen und unsere Aura „anfeuern“. Danach war Zeit die Feuerenergie und Begeisterung auszudrücken – sich zu bewegen, tanzen, rasseln, Laute von sich zu geben – sich lebendig zu fühlen. Dies freute das Kindliche Selbst/bzw. die Wildnatur. Zum Abschluss wurde mit Begeisterung gechantet.
Der 2. Teil (der leider in der Intention nicht niedergeschrieben ist…) bestand darin uns zu erinnern welche wärmenden Erinnerungen wir bereits jetzt für die Kalte Zeit einlagern können. In der Ritualvorbereitung habe ich mir das Zitat von Albert Camus aufgeschrieben: „“In den Tiefen des Winters erfuhr ich schliesslich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.“
Das Angebot war während 20 Minuten „American Indian Chants“ von Gerhard Lipold zu malen, zu zeichnen oder Erinnerungen aufzuschreiben deren Erinnerung uns wärmt.
Also normalerweise nicht-malende-oder-zeichnende-sparflammenkreative-Person tat ich mir erst mit der Aufgabenstellung schwer – aber nach einiger Zeit konnte ich einige für mich bedeutsame Zeichen malen und angenehme Erlebnisse niederschreiben.
Doch meine Erkenntnis war: es fehlt mir neben den angenehmen Erlebnissen ein wirklich bedeutsames Ereignis der Lebensfreude. Ich nahm mir vor ab nun achtsam zu sein um die Gelegenheit nicht verstreichen zu lassen.
Danach wurde noch gechantet und nach Auflösen des Kreises bei Apfelchips und Co sowie bei Hintergrundmusik geplaudert.

Diesmal hatten wir beim Ritual die bisher jüngste Teilnehmerin mit 7 Jahren dabei und den wahrscheinlich bis jetzt ältesten Teilnehmer. Danke fürs Mitmachen!
Ich fand die Feier, schön und stimmig und alle die Rollen übernahmen konnten Erfahrung sammeln. Durch die Reflexionszeit beim Malen kam mir eine wichtige Erkenntnis, die dazu führte dass ich noch lange mit lachenden Herzen, voll mit Begeisterung auf ein Ereignis das einige Tage nach dem Ritual stattfand zurückblicken werden.
Und auch die quantitative Anzahl der Personen war optimal für die weitere Entwicklung der Kerngruppe — Danke und gesegnet seis!
Fotos: http://www.reclaiming.at/litha2018/

Übungsabend 07. Juni 2018

Der Dermatologe zaubert Buntstifte und Rasseln aus seiner Tasche, die Psychologin gähnt und der Student der Geschichte versucht, im Raum anzukommen. Die Religionslehrerin hat Marillen mitgebracht.
Während die Gespräche langsam zueinander finden, sitzt die 7-jährige Tochter der Kinderbuch-Autorin mehr oder weniger gelangweilt neben ihrer Mama und versucht immer wieder, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Es ist eine sehr gemischte Gruppe, die heute Abend gemütlich hier im Grazer Spektral zusammensitzt. Wir diskutieren über die Vor- und Nachteile der Psychoanalytik gegenüber scheinbar schnelleren Methoden wie zum Beispiel Hypnose-Therapie und sprechen darüber, welche Methoden es gibt, um die 3 Selbste im Gleichgewicht zu halten. Wir sind uns einig, die tägliche Praxis hilft ebenso wie eine Gemeinschaft in der man sich austauschen und mit der man wichtige Ereignisse feiern kann. Denn das ist das Thema des Abends: die Lebensenergie.

Dazwischen wird immer wieder gesungen, gerasselt und getanzt – auch das hält die Lebensenergie am Fließen, vor allem, so spät am Abend, wenn alle müde von der Arbeit sind. Wir lachen, essen, trinken und diskutieren. Es stört niemanden, wenn sich einer einmal in ein Thema vertiefen will und das Gespräch kurz abschweift, denn die Menschen hier im Raum verbindet vor allem eines: der Respekt voreinander.

Trotzdem schafft es der Diskussionsleiter, dieses Mal Ceru, immer wieder geschickt, das Gespräch zurück zu holen. Auf diese Weise entwickelt sich der rote Faden des Abends zu einem strahlenförmigen Stern, der um das Zentrum „Lebensenergie“ tanzt.

Inspirierend, entspannend oder einfach nur schön, jeder empfindet diese Treffen anders. Doch am Ende trennen sich heute Menschen, die sich wieder treffen werden. Weil sie miteinander reden und voneinander lernen können. Vor allem aber, weil sie wissen, dass sie hier respektiert und ernst genommen werden, obwohl, oder gerade weil hier die pure Lebensfreude mit all ihren Facetten, auch den traurigen und wütenden, immer im Mittelpunkt steht.

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